So Gelingt der Start ins Studium

24.09.2017

 

Aller Anfang ist schwer? Die Wahrheit ist: Das stimmt. Zu Beginn meines Studiums gab es leider fast keine nützlichen Blogs über das Studium, keine How-to’s, keine wertvollen Tipps vorab.

Da auch niemand in meiner Familie studiert hat, war alles komplett neu für mich – ich fühlte mich wie Harry in Hogwarts – und ich wünschte, ich hätte diese folgenden Tipps gekannt, denn es hätte mir sicherlich einiges erleichtert.

 

Damit es euch anders ergeht, hier meine 6 Tipps, damit der Anfang doch nicht ganz so schwer wird:

 

 

1. Eine Bleibe finden

 

Besonders die MedizinstudentInnen unter uns werden jetzt wohl hörbar den Kopf nicken: Seine eigenen vier Wände zu finden in einer Stadt, in der man sich vielleicht nicht einmal auskennt, da man durch die Zulassungsstelle 10 Tage vor Studiumsbeginn dorthin transferiert wurde, ist kein Kinderspiel.

 

Es gibt aber zum Glück dennoch Möglichkeiten, und da ich wahrscheinlich damals fast alles falsch gemacht habe, hier ein paar Tipps, wie man‘s besser macht:

 

· Studentenwohnheim: Warum der Punkt an erster Stelle steht? Weil ich finde, dass dies die beste Entscheidung ist. Es gibt im Studentenwohnheim ganze Wohnungen mit oder ohne eigene Küche und Bad oder WG-Zimmer und das für einen unschlagbaren Preis. Leider sind die Wohnheime genau deswegen auch meistens voll.

Einen Antrag/Härtefallantrag beim zuständigen Studentenwerk zu stellen lohnt sich aber in jedem Fall.

 

· Wohnungsgenossenschaften: Mein Geheimtipp, ich habe darüber meine Traumwohnung ergattert. Wohnungsgenossenschaften haben meist günstige Wohnungen, faire Konditionen und übernehmen unglaublich viel bezüglich Renovierungen & Co. Schaut doch einfach mal, ob es in eurer Stadt welche gibt.

 

· WG’s: Oft super, um schon erste Kontakte zu knüpfen, man kein Allein-Wohntyp ist oder sich die teure Miete teilen will. Hier solltet ihr vor allem darauf achten, ob es eine Zweck-WG ist (also man nur des Geldes wegen zusammen wohnt), wie die Mitbewohner zu Sachen wie Hygiene, Rauchen und Partys stehen und was sie für einen Tagesablauf haben.

 

· Vorübergehendes Wohnen: Kann sich oft lohnen, da es während des Semesters häufig mehr Auswahl an Wohnungen bzw. weniger Konkurrenten gibt.

Möglichkeiten wären AirBnB, Couchsurfing oder auch befristete WG-Zimmer oder Wohnungen unter Wg-gesucht. Plan-Y wie ich: Hostels.

 

· Pendeln: steht an letzter Stelle, denn ich finde, dass dadurch ein mega großer Teil des Studentenlebens verloren geht, wenn man nach der Vorlesung gleich den Zug erwischen muss, nicht zu spontanen Treffen gehen kann und so weiter.

 

 

2. Finanzierung

 

Großes Thema, welches sicherlich auch einen eigenen Artikel verdient. Kurz und knapp:

 

1. BaföG-Antrag stellen lohnt sich in jedem Fall.

 

2. Geld gibt es nicht automatisch ab Semesterbeginn, sondern ab Antragsstelldatum, deswegen zahlt es sich im wahrsten Sinne des Wortes aus, frühzeitig einen Antrag zu stellen. Dieser kann auch nur formlos sein, d.h. ihr könnt alle weiteren Unterlagen nachreichen.

 

Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten der Finanzierung. Wenn es euch interessiert, schreibe ich gerne einen Artikel zu Stipendien, Jobben neben dem Studium und Studienkredit.

 

 

3. Kontakte, Kontakte, Kontakte

 

Ich muss wohl nicht betonen, dass Kontakte seeehr wichtig sind. Das Studium ist meistens nicht etwas, in das man „hineinwächst“, wie in die Schule, in der einem Schritt für Schritt alles erklärt wurde, es ist eher so, dass man einfach Mitten in den pazifischen Ozean geworfen wird.

Auch wenn ihr während der Schule vielleicht eher Einzelgänger wart (das dürft ihr auch gern noch bleiben), während des Studiums sind Kontakte unverzichtbar.

Ich hatte mega Glück am Anfang gleich an die richtigen Leute geraten zu sein und habe dadurch eBooks, Altprotokolle etc. schon zu Anfang erhalten. Glaubt mir, es gibt immer diese Dinge und es lohnt sich, dort dabei zu sein:

 

· Ersti-Tage

· Erste Vorlesungen

· Facebook-Gruppen

· Fachschaften, womit wir auch zu Punkt 4 kommen:

 

 

4. Fachschaftssitzungen

 

Nein, Fachschaften sind nicht ein Zusammenschluss der Super-super Nerds des Faches, sondern engagierte Leute, die sich mit den Inhalten des Studiums auseinandersetzen und versuchen das Studium für euch (!) ständig zu verbessern.

Geht doch einfach mal zu einer Sitzung und schaut, ob was für euch dabei ist. In der jeweiligen Fachschaft gibt es verschiedene Untergruppen und glaubt mir, irgendeine wird für euch dabei sein.

Fachschaftler haben übrigens auch immer die besten Tipps parat und können euch gut bei Problemen mit eurem Studium beraten.

 

 

5. Leihen statt Kaufen

 

Ohja, ich weiß, die Versuchung ist groß. Man sieht vielleicht zum ersten Mal einen echten Professor in „real-life“ und er sagt mit tiefer, angsteinflößender Stimme: „Kaufen Sie dieses Buch, das ist das beste, denn ich bin der Autor, sonst fallen Sie durch meine Klausur.“ Ihr wisst was ich meine.

Es ist aber einfach so: zu Beginn wird dir von wirklich JEDEM irgendein nett gemeinter Rat erteilt, welches Buch du kaufen sollst und welchen Stift in welcher Farbe du zum Unterstreichen deiner Überschrift benutzen solltest. Genau, nett gemeint.

 

Meine Methode war diese hier, ich habe dadurch viel Geld und viel wichtiger Zeit gespart. (da ich es mir auf keinen Fall leisten konnte 500€ für Bücher auszugeben und ich es auch schon immer so auch mit normaler Lektüre gemacht habe):

 

(Ich kann hier im wesentlichen nur für Medizinstudenten sprechen, weiß aber, dass es bei einigen anderen Fächern (Jura, Wiwi etc.) auch bis auf deren Standardwerke in etwa gleich ist)

 

1. Tipps aufschreiben

 

2. Im Katalog der Uni-Bibliothek suchen, wo sich diese Bücher befinden (oft gibt es verschiedene Standorte). Wenn ihr seht, dass ein einziges Buch am anderen Ende der Welt liegt, könnt ihr es schon mal getrost vergessen.

 

3. In die Bibliothek gehen: Wie viele Exemplare des jeweiligen Buch gibt es? Gibt es viele, wird es auch oft benutzt, was eher für das Buch spricht, aber:

 

4. Einfach mal alle Bücher in die Hand nehmen, eine Stunde hinsetzen und sich die Bücher anschauen (!) und einzelne Stellen lesen, denn Thieme, Elsevier, Duale Reihe, Springer usw., haben eins gemeinsam: Sie behandeln alle dasselbe Thema jedoch auf eine andere Art und Weise.

Jeder Verlag möchte natürlich das „beste“ Buch herausbringen und jedes Buch hat seinen eigenen Schreibstil, andere Bilder etc.. Und nur weil ihr die Duale Reihe Anatomie toll fandet, heißt das nicht, dass ihr jedes Buch der Reihe kaufen müsst, denn manchmal sind auch andere Verlage in anderen Bereichen viel ansprechender für euch.

Also hört nicht unbedingt auf eure Kommilitonen, wenn sie sagen, sie lernen mit dem und dem. Das mag zwar schön und gut sein, aber euch liegt vielleicht ein anderes Buch mehr und ihr werdet damit mehr Spaß haben und damit auch mehr lernen!

 

5. Ausleihen

 

6. Häufig gibt es zu Beginn des Semesters einen Gebrauchtbücherflohmarkt, gibt es euer gewünschtes Buch dort vielleicht?

 

7. Neu kaufen (Für Bücher gibt es übrigens auch extra ein Bücherstipendium)

 

 

6. Finde deine Lernmethode

 

Block, Tablet oder doch lieber Laptop? Vorlesungen oder doch nur Seminare? Folien, Bücher oder Altprotokolle? Die Auswahl scheint schier endlos, lass dich aber beruhigen: Es ging uns allen so!

Ich habe auch verschiedenstes ausprobiert, bis ich meine Methode gefunden habe. Ich bin der Typ, der alles aufschreiben muss, andere lesen es sich einmal durch und schon bleibt es für den Rest ihres Lebens in ihr Hirn eingebrannt. Dadurch hat es mich sehr viel Zeit gekostet, ich habe es aber mein Studium lang durchgezogen und meine Zusammenfassungen perfektioniert, sodass sogar auch meine Kommilitonen damit gelernt haben :) . 

Mit der Zeit bin ich von handschriftlich auf elektronisch umgestiegen, weil ich einfach viel schneller im Tippen als im Schreiben bin und habe nach Vorlesungen alles geordnet und dann gedruckt.

 

7. Den 7. Tipp gibt’s gratis dazu: Genieeeeeßt es! Ich habe meine Studiumszeit geliebt und auch voll genossen. Es wird nicht umsonst als die schönste Zeit des Lebens beschrieben :) Man mag zu Anfang komplett überfordert sein, aber keine Sorge, das legt sich spätestens nach ein paar Wochen.

 

 

Welche Tipps habt ihr noch für den Studienbeginn? War eurer Meinung nach alles dabei?

 

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