Prüfungsangst? So wirst du sie los!

18.02.2018

Prüfungsangst ist etwas, das viele Menschen betrifft und nicht unbedingt auf die gleiche Art und Weise. Auch ich hatte lange Zeit Angst vor mündlichen Prüfungen, schlief davor schlecht und hatte das Gefühl nie gut genug gelernt zu haben.

 

Da die Angst unterschiedliche Gründe hat, ist es wichtig herauszufinden, WOVOR man eigentlich genau Angst hat, damit man diese anpacken und besiegen kann. Ich habe dir hier einige der häufigsten Gründe zusammengetragen, warum es zu Prüfungsangst kommt und was du dagegen tun kannst.

 

 

 

Jeder kennt dieses Gefühl. Ganz am Anfang zu stehen. Diesen riesen Berg zu sehen, der schier unmöglich scheint zu bewältigen.

 

Ich kann dich aber beruhigen. Anders als früher angenommen, verläuft unsere Lernkurve nicht linear sondern exponentiell! Eine der berühmtesten "Brain-Management"-Trainerinnen Vera F. Birkenbihl hat genau diese Lernkurve skizziert.

 

Lernkurve aus dem Buch: "Stroh im Kopf? Vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer" - von Vera F. Birkenbihl, 54. aktualisierte Auflage, mvg-Verlag
Lernkurve aus dem Buch: "Stroh im Kopf? Vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer" - von Vera F. Birkenbihl, 54. aktualisierte Auflage, mvg-Verlag

 

Das bedeutet, dass wir zunächst viel Zeit mit einem Thema verbringen müssen, um in die Materie einzusteigen. Ab einem bestimmten Punkt jedoch fällt es uns immer leichter neue Dinge zu diesem Thema zu merken: Wir werden zum Experten.

 

Leider geht das schulische Wissen meist nur bis zu diesem einen bestimmten Punkt, wodurch das Lernen für SchülerInnen selten ein Erfolgserlebnis bereit hält und somit als lästig empfunden wird.

 

 Also: Aller Anfang ist schwer, aber keine Sorge! Mit der Zeit wird es leichter.



 

Eine begründete Angst. Denn genauso wie die Muskelmasse abnimmt, wenn man nicht trainiert, läuft der gleiche Prozess in unserem Gehirn als "Vergessen" ab.

 

Hermann Ebbinghaus stellte fest, dass wir nach 20 Minuten 40% des Gelernten vergessen, nach einer Stunde bereits über die Hälfte und nach einem Tag mehr als 70%! Ziemlich niederschmetternde Statistik, oder?

 

https://lernen1fc.wikispaces.com/Vergessenskurve

Zum Glück gibt es aber einen Faktor, der das Vergessen abmildert: Wiederholung. Denn je häufiger man das Gelernte wiederholt, desto eher gelangt es ins Langzeitgedächtnis. Der "Durchschnittsmensch" braucht ca. 3 Wiederholungen über einen Zeitraum von 14 Tagen, damit das Gelernte ins Langzeitgedächtnis gelangt und dort auch abrufbar bleibt.

 

Vergessenskurve bei 2 Wiederholungen
Vergessenskurve bei 2 Wiederholungen

Quelle: https://lernen1fc.wikispaces.com/Vergessenskurve

Ich selbst lerne auch IMMER mit Wiederholungen. Lerne ich etwas Neues, wiederhole ich es am darauffolgenden Tag und meist noch drei Tage später. Diese Methode hat mir während meines Studiums wirklich sehr geholfen den gesamten Stoff zu verinnerlichen.

 

 

 

Anders als befürchtet, wirst du keinen Blackout einfach so in einer Prüfung bekommen.

 

Blackouts sind am häufigsten die Folge von Schlafmangel und Drogenkonsum. Auch sehr stark emotionale Ereignisse wie eben eine Prüfung können zu kurzzeitigen Ausfällen führen, diese dauern jedoch in der Regel nicht länger als ein paar Minuten (also viel kürzer als die Dauer der meisten Prüfungen!). Anders ist das bei Schlafmangel und unter Drogeneinfluss, wodurch längere Blackouts entstehen können.

 

Eine weitere Methode, wie man Blackouts noch vermeiden kann, ist, sich an die Prüfungssituation zu gewöhnen. Man kann die Prüfung simulieren - die mündlichen, indem man beispielweise mit Kommilitonen übt, die schriftlichen, indem man wie in der Prüfung die Zeit stoppt und alle anderen Störquellen (Smartphone, Musik etc.) ausschaltet.

Manchmal kann es auch beruhigend wirken sich vor einer Prüfung mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen.

 

 

 

Das Problem kenne ich sehr gut, besonders vor mündlichen Prüfungen ging es mir lange Zeit genauso.

 

Der beste, aber auch schwerste Weg wäre natürlich seine Angst zu überwinden und ohne Sorge einzuschlafen zu können. Es gibt aber auch einige Hilfsmittel, die es dir leichter machen ein- und durchzuschlafen.

 

1. Entspannungstechniken: Egal ob Yoga, progressive Muskelrelaxation oder Meditation - sie sind nur ein paar der möglichen Wege. Wichtig ist, dass man hierbei eine Art Routine entwickelt. Der Kopf muss lernen, dass es in dieser Zeit heißt, abzuschalten und sich zu regenerieren.

 

2. Pflanzliche Präparate: Enthalten meist Lavendel oder Baldrian. Man kann es mit Aromastoffen versuchen oder auch in Tablettenform. Auch hier gilt, dass der eintägige Gebrauch meist nicht zu dem gewünschten Effekt führt, diese Tabletten also über einen längeren Zeitraum angewendet werden müssen.

 

3. Tabletten: Hierbei kann dich dein Hausarzt am besten beraten, ob chemische Substanzen für dich in Frage kommen.

 

 

 

Versagensangst ist mit einer der häufigsten Gründe warum es zu Prüfungsangst kommt. Insbesondere in unserer Gesellschaft, die so davon geprägt ist Leistung zu erbringen und Erfolg zu haben, vergessen wir leicht worauf Erfolg nämlich eigentlich beruht: Versagen. 

 

Kein Baby spricht von Anfang an perfekt, es gibt kein Kind, das nicht schon einmal vom Fahrrad gefallen ist, bevor es gelernt hat damit zu fahren.

 

Denn Erfolg baut nicht auf Erfolg. Erfolg folgt auf Misserfolge, Erfolg folgt auf Frustration und manchmal folgt er auch erst auf eine Katastrophe.

 

 Aber genau das sind die Momente im Leben, aus denen wir lernen und die uns weiser machen. Wer kennt nicht den berühmten Basketballer Michael Jordan? Ich finde er hat unglaublich inspirierende Worte hierfür gefunden:


 

 

 

 

 

Das ist hoffentlich richtig! Stell dir vor, du wärst Prüfer und deine Prüflinge wüssten mehr als du, obwohl es dein Fachgebiet ist.

 

Aber genau hier liegt auch der Punkt. Es ist ein „Gebiet“, in dem sich dein Prüfer gut auskennt und wie du gesehen hast, je mehr man sich mit einem Gebiet beschäftigt, desto mehr wird man zum Experten auf diesem Gebiet. 

 

So ist es ganz natürlich, dass dein Prüfer mehr davon weiß als du und das solltest du ihm gönnen, denn er hat einiges mehr dafür lernen müssen als du.

 

Normalerweise will dir auch kein Prüfer etwas böses. Sie wollen/sollen im Regelfall herausfinden, ob du ein solides Basiswissen besitzt und dann erst wie weit dein Spezialwissen reicht ("Einserfrage").

 

Ein weiterer Weg: Professionelle Beratung

Sowohl als Schüler als auch als Student stehen dir häufig kostenlose Möglichkeiten offen mit professionellen Therapeuten die Prüfungsangst anzugehen. Entweder kannst du deine Vertrauenslehrer direkt ansprechen oder du wendest dich an Studentenwerke oder natürlich auch privat (meist mit einer Überweisung vom Hausarzt) an Therapeuten.

 

Ein paar Worte zum Abschluss...

Alle diese Tipps sind nichts ohne dich. Der allererste und allerwichtigste Schritt ist und bleibt, dass du lernst an dich selbst zu glauben und dich traust, dich deiner Angst zu stellen. Genau daran wirst du wachsen und damit auch dein Wissen und dein Können.

 

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