Finde deine Leidenschaft

28.10.2018

„Generation Y“ werden wir genannt. Meist mit negativem Unterton. Wir sind die, die nicht mehr nur arbeiten, sondern auch den „Lifestyle“ voll auskosten wollen.

 

Es reicht nicht mehr, nur einen Job zu finden, um die Familie zu ernähren. Es soll keine Work-Life-Balance mehr geben, sondern eine Arbeit, die einen tieferen Sinn hat.

 

Blicken wir gerade mal 80 Jahre zurück, sah alles ganz anders aus: Menschen kämpften in Deutschland und in vielen anderen Ländern um ihr nacktes Überleben, hungrig, krank und ungewiss, ob sie den nächsten Tag noch erleben. Einen Job zu haben, der die Familie ernähren konnte, war eine Seltenheit und größter Luxus.

 

Und heute? Deutschland befindet sich wirtschaftlich auf dem aufsteigenden Ast und nahezu jeder von uns hat genug zu Essen, ein warmes Heim und kommt zumindest finanziell einigermaßen über die Runden. Was hat sich für uns geändert?

 

Maslow Bedürfnispyramide
Quelle: https://karrierebibel.de/beduerfnispyramide-maslow/

 

Die Maslow'sche Bedürfnispyramide ist ideal dazu, aufzuzeigen, warum unsere Generation so ist, wie sie ist und nach dem „Mehr“ strebt. Wir haben theoretisch alles was wir brauchen, unsere Grundbedürfnisse stillen wir regelmäßig oder verzichten sogar freiwillig darauf.

 

Wir haben ein sicheres Zuhause und allerhand soziale Kontakte, meist ein geregeltes Einkommen und genügend Schlaf.

 

Und ganz an der Spitze? Da steht die Selbstverwirklichung. Kein Wunder also, dass wir momentan unseren Fokus auf die Spitze des großen Eisberges legen. Das auszuleben, wovon wir träumen. Unserem Leben einen tieferen Sinn zu geben.

 

Natürlich wächst mit den Aufgaben auch die Angst. Angst im Leben nicht das Erfüllende zu finden, zu „versagen“ und nur einem 0815-Job nachzugehen, der die Taschen zwar füllt, aber nicht das Herz.

 

Ich bin sicherlich keine Lebensberaterin und noch weniger eine Hellseherin, doch die Nachfrage nach einem Artikel dieser Art war so groß, dass ich mich mit meinen jungen Jahren doch einmal trauen will zu versuchen die Frage danach, wie man seine Leidenschaft findet auf meine Weise zu beantworten.

 

Ich habe für dich eine Art Fragebogen erstellt, an dem du dich entlang hangeln kannst, wenn du noch nicht weißt, was du gern später mal machen oder erreichen möchtest. Und wenn du bereit bist, dann geht’s jetzt los:

 

 

Schritt Eins: ENtspannen!

 

Kennst du das, wenn du in einer Prüfung oder in einer stressigen Situation über etwas grübelst und einfach nicht auf die Antwort kommst? Du mit Freunden in einer Runde sitzt und dir das Wort einfach nicht einfallen will? Und dann abends kurz bevor du einschlafen willst, ist die Antwort auf einmal da?

 

Diesen Prozess, wenn Dinge uns plötzlich einfallen, bezeichnet man ganz einfach als „Erinnern“. Unsere „Erinnerungen“ finden wir vor allem in unserem Langzeitgedächtnis. Diese werden dort vor allem unbewusst gespeichert.

 

Selten können wir uns aussuchen, was wir wieder vergessen wollen und was uns für immer im Gedächtnis bleiben wird und noch seltener wissen wir, was wir eigentlich wissen.

 

Noch schwieriger wird es, wenn wir versuchen Zugang zu den einzelnen Erinnerungen zu erhalten. Hierbei müssen unser Bewusstsein und unser Unterbewusstsein/Langzeitgedächtnis* entlang von neuronalen Bahnen miteinander interagieren, damit die Erinnerungen (= unser Wissen) ins Hier und Jetzt gelangen.

 

In Stresssituationen, egal ob akut oder chronisch, staut es sich wie in einem echten Stau auf den Bahnen und kommt im schlimmsten Falle ganz zum Stehen: Wir haben einen Blackout.

 

Bei einer Entspannung lösen sich diese Blockaden und wir wissen es „plötzlich“. Und was für die kleinen Dinge im Leben gilt, gilt auch für die großen Dinge.

 

Der erste Schritt ist also dir eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Begib dich an einen Ort, an dem du dich wohl fühlst, mach dir einen Tee und schalte alles andere aus.

 

Wir sind häufig einfach durch verschiedenste Reize zu sehr abgelenkt. Beschäftige dich einmal nur mit dir. Mit deinen Gedanken und Gefühlen. Nimm dir für die nachfolgenden Fragen aktiv 1-2 Stunden Zeit.

 

*Das Langzeitgedächtnis und unser Unterbewusstsein kann man sicherlich nicht gleichsetzen, ich tue es hierbei jedoch der Einfachheit halber

 

 

Wovon Träumst du?

 

Wenn du dir aussuchen könntest, wie dein Leben aussehen sollte, wie sollte es sein? Was wäre dein Traum-Leben? Wovon träumst du? Was würdest du gern sehen, wenn du deine Augen schließt? Denk in aller Ruhe darüber nach und dann schreib es dir auf.

 

Wenn du überhaupt keinen Traum hast, dann helfen dir vielleicht diese Fragen weiter: Was kannst du richtig gut? Was macht dir Spaß? Was würdest du gern jeden Tag machen? Worüber redest du gerne? Wen bewunderst du?

 

 

Finde dein "Warum"

 

Hast du ein paar Antworten gefunden? Der nächste Schritt, ist dich zu fragen, warum du das eigentlich willst. Warum willst du zum Beispiel Arzt werden? Vielleicht weil du Anderen helfen willst?

 

Wenn du die Antwort gefunden hast, dann hinterfrage sie wieder. Warum willst du Menschen helfen? Und hinterfrage wieder und wieder und ganz am Ende findest du dein „Warum“. Wenn du es gefunden hast, dann weißt du es. Dein „Warum“ ist der Schlüssel für alles, deine tiefste Motivationsquelle und stärkste Kraft.

 

Mein „Warum“ ist zum Beispiel das Feedback von Menschen. Deren Dankbarkeit, dass ich mit meinen Worten oder Taten ihr Leben verändert oder verbessert habe. Dass ich ihnen aus einer schwierigen Lage geholfen habe.

 

Das macht mich unglaublich glücklich und hat mich schon immer glücklich gemacht. Und auch wenn sich über die Zeit mein Berufswunsch vom Tierarzt über den Chirurgen zum Hausarzt und zur Bloggerin gewandelt hat, so ist dieses „Warum“ doch immer gleich geblieben.

 

 

Schritt Zwei: Visualisierung

 

… und dann schreib es dir auf. Warum ich vom Aufschreiben ein großer Fan bin? Wie unter Punkt 1 erwähnt, können wir uns selten aussuchen, was wir uns merken und was nicht. Auch wenn wir manchmal über eine bestimmte Situation sagen: „Das werde ich niemals vergessen“, so entfällt es uns im nächsten Moment doch.

 

Indem wir etwas aufschreiben, schaffen wir weitere Bahnen zu unserem Gedächtnis und können uns durch das Geschriebene auch aktiv wieder erinnern.

 

Außerdem sagt man ja nicht umsonst, dass man sein Ziel immer vor Augen haben soll, oder? Durch Visualisierung machen wir unsere Träume greifbar, machen sie zu Plänen und skizzieren dadurch unterbewusst einen ersten ungefähren Weg zu unserem Ziel.

 

 

Schritt Drei: Inspiration

 

Gibt es vielleicht schon jemanden, der das Leben hat, von dem du träumst? Zu dem du aufsiehst? Wenn ja, dann ist Der- oder Diejenige eine wunderbare Quelle der Inspiration und Motivation!

 

Noch dazu kann dir diese Person ihren Weg eröffnen, wie sie es so weit geschafft hat. Ausreden von wegen "Das schaff' ich nicht" und "Es ist unmöglich" gehören damit der Vergangenheit an.

 

Versuche auf alle Fälle Kontakt zu dieser Person zu knüpfen und frage sie Löcher in den Bauch. Und habe keine Angst, dass dies vielleicht nervtötend sein könnte, denn wer redet nicht gern über sich und seine Errungenschaften?

 

 

Schritt Vier: Stelle dir Ein Ziel

 

Heutzutage wird besonders in karriere-orientierten Familien erwartet, dass man studiert. Viele suchen sich deshalb einen Studiengang aus, der ungefähr ihren Interessen entspricht, wie Kunst, Wirtschaft, Sport oder Ähnliches und merken nach zwei Semestern, dass der Studiengang doch nicht das Wahre ist und brechen ab.

 

Genau zwei Punkte lösen dieses Problem aus: Erstens: Die Familie. Der Druck von außen bewirkt, dass wir uns nicht uneingeschränkt entscheiden können und von den vielen großartigen Möglichkeiten, die uns offen stehen (z.B. eine Ausbildung, Praktika), den schmalen Pfad einschlagen und „Mal ins Blaue“ studieren.

 

Zweitens, wird schon aus den beschränkt zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ein Studiengang ausgesucht, der über ein Gebiet referiert, welches eventuell interessant sein könnte. Und hierbei liegt der Fehler: Es geht nicht darum von über 10000 Studiengängen oder Ausbildungsmöglichkeiten, die auszusuchen, die dich am meisten ansprechen, sondern rückwärts zu denken!

 

Damit zu beginnen, dir zunächst eine Vorstellung davon zu schaffen, was du später gerne tun möchtest. Insbesondere Praktika und Seminare sind unglaublich wertvoll, um herauszufinden, ob deine Vorstellung der Realität entspricht oder doch nur eine Illusion ist. Diese Methode ist sicherlich sehr zeitaufwendig und mühsam, macht sich jedoch auch sehr gut in jedem Lebenslauf und noch wichtiger: Sie macht dich um sehr viele Erfahrungen reicher.

 

Und wenn sich Dein Ziel Ändert...

 

...So ist das vollkommen normal.

 

Auch ich hatte schon Träume unterschiedlichster Art. Auch wenn ich eine Art Berufung in der Medizin gefunden habe, so sah mein Ziel noch vor 10 Jahren ganz anders aus. Damals wollte ich Chirurgin werden und nun? Befinde ich mich in meiner allgemeinmedizinischen Ausbildung und führe meine eigene Website. Hätte ich das damals gedacht? Niemals. Es ist absolut normal, dass sich unsere Perspektive auf Dinge und somit auch unsere Träume ändern, sodass der Beruf vor 5 Jahren vielleicht bedeutend für uns war, wir jetzt aber andere Interessen haben.

 

Es geht nicht darum, einen Weg und ein Ziel zu finden, welches man sein ganzes Leben lang verfolgt (auch wenn das der Idealfall wäre). Entscheidend ist, dass wir keine Angst davor haben das warme Bett zu verlassen, den kalten unbekannten Weg endlich einzuschlagen und ihn auch, wann immer wir möchten, wieder zu verlassen.

 

 

We create fears while we sit. We overcome them by action

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Kommentare: 2
  • #2

    Paula (Montag, 29 Oktober 2018 20:46)

    Toller Beitrag! Ich liebe es, deinen Blog zu lesen, es ist total inspirierend und ich freue mich jedes mal etwas Neues von dir zu lesen.

  • #1

    Nele (Sonntag, 28 Oktober 2018 19:17)

    Ein richtig schöner Beitrag. Danke das du mich ermutigt hast. Danke, das du dein Wissen teilst:)
    Liebe Grüße