Morgenmuffel? So kommst du aus dem Bett!

28.01.2017

Der Wecker klingelt zum 5-ten Mal. Du weißt genau, was es heißt, wenn du nochmal auf die Schlummer-Taste drückst: Du wirst gleich wieder total gestresst aufstehen müssen, um nicht zu spät zu kommen.

 

Aber das zählt gerade nicht. Denn das Bett ist so schön warm und du auch noch so müde, dass die nächsten 5 Minuten Schlaf es alle Male wert sind, obwohl du weißt, dass du danach nicht wacher sein wirst, sondern nur in Eile.

 

Du willst auch endlich entspannt und ausgeschlafen aufstehen? Dann kommen hier ein paar Kniffe wie es für dich einfacher wird und ein paar hartnäckige Mythen, die du lieber nicht umsetzen solltest.

 

 

1. Rechtzeitig Schlafen

 

Ich gebe zu: das ist wohl ziemlich offensichtlich. Wer jedoch nicht ausreichend schläft, wird auch erstmal müde sein und damit nicht so leicht aus dem Bett kommen. Wie viel Schlaf jeder wirklich benötigt, unterscheidet sich teilweise extrem.

 

Probier doch einfach mal aus, wie viel Schlaf du brauchst, damit du am nächsten Tag fit bist. Ich bin zum Beispiel eine Vielschläferin und brauche mindestens 8 Stunden.

 

Du bist trotzdem ständig müde, obwohl du ausreichend schläfst? Zeit zum Hausarzt zu gehen und sich mal untersuchen zu lassen, um körperliche Erkrankungen auszuschließen wie zum Beispiel eine Blutarmut oder eine Schilddrüsenunterfunktion.

 

 

2. Jump out of bed!

 

Hast du auch schon einmal verschlafen und kennst das Gefühl auf die Uhr zu sehen, zu realisieren, dass du zu spät sein wirst und du voller Panik aus dem Bett zu springst? Und sag mal, hast du dich in diesem Moment jemals müde gefühlt? Nein. Natürlich nicht.

 

Denn unser Körper ist von jetzt auf gleich in höchster Alarmbereitschaft, der Puls ist auf 180, der Blutdruck steigt. Da ist kein Platz für Müdigkeit. Gar keiner. Wir sind nicht müde, da Stress in uns Hormone freisetzt wie Adrenalin und Noradrenalin, die sofort alle Energiereserven aus unserem Körper freisetzen, unser Herz schneller schlagen lassen, das Gehirn besser durchbluten und uns wach machen.

 

Diese Hormone werden aber auch freigesetzt, wenn wir aufstehen. Diese orthostatische (griechisch: aufrecht stehen) Reaktion findet bei jedem Aufstehen statt und macht uns wacher. Da die Hormone circa 10 Minuten im Blut zirkulieren, bevor sie abgebaut werden, ist das zum Beispiel auch ein Grund für das langsamere Einschlafen nach einem nächtlichen Toilettengang, obwohl man ja weiß, dass man noch nicht genug geschlafen hat.

 

Natürlich sollst du nicht jeden Morgen aufwachen und dich total gestresst fühlen, denn langfristiger Stress kann wiederrum genau das Gegenteil bewirken. Hierbei werden dann nämlich andere Hormone frei, wie zum Beispiel das Cortisol. Wird es dauerhaft stark ausgeschüttet, wie es bei chronischem Stress der Fall ist, sind die Folgen Müdigkeit, Depressionen und Lustlosigkeit.

 

Du kannst aber genauso gut auch mit positiver Energie aus dem Bett rein in den Tag springen. Und das geht, indem du

 

 

3. Eine gute Motivation hast aufzustehen

 

Und damit meine ich einen wirklich guten Grund. Wenn du schon die Einstellung hast, dass du sowieso keinen Bock auf den Tag hast, du nicht mal glaubst, dass sich das Aufstehen für den Tag lohnt, dann wirst du ganz sicher bis zu der allerletzten Minute im Bett bleiben.

 

Also plane deinen nächsten Tag schon am Abend. Worauf freust du dich am meisten? Wenn die Arbeit keine Motivation für dich ist, dann setze dir Termine mit Freunden, verabrede dich zum Sport, freue dich auf ein tolles Frühstück, oder ein Outfit, was du dir zurecht gelegt hast, aber gib dir einen Grund aufzustehen und in den Tag zu starten.

 

Du kannst dich zum Beispiel von einem motivierenden Hintergrundbild wecken lassen oder dir dein Ziel auf ein Blatt Papier schreiben und neben das Bett hängen, damit du weißt, warum es sich lohnt aufzustehen.

 

 

 

4. Die Snooze-Taste…

 

… gehört jetzt der Vergangenheit an. Bist du nämlich einmal aufgewacht, braucht es mindestens zwei Stunden Schlaf, damit dieser für unseren Körper und Geist erholsam ist. 5, 10 oder 15 Minuten reichen dazu einfach nicht aus. Schlimmer noch ist es, wenn du dann aus der Tiefschlafphase herausgerissen wirst. Dann wirst du dich nämlich den ganzen Tag träge und müde fühlen. Also lasse die Snooze-Taste lieber gleich bleiben, stehe auf oder gönne dir die weitere halbe Stunde Schlaf ohne Unterbrechungen.

 

Leider kann uns der Wecker auch bei Einmalklingeln aus der Tiefschlafphase reißen. Mittlerweile gibt es aber Lichtlampen als Wecker, die den Sonnenaufgang simulieren. Warum das helfen könnte? Dunkelheit bewirkt in uns die Ausschüttung des Hormons Melatonin, unser Schlafhormon, während Helligkeit die Produktion von Cortisol ankurbelt, sodass wir wach werden.

 

Falls du noch immer nicht von Lichtweckern überzeugt bist, hier ein paar Tipps wie du gar nicht mehr auf die Snooze-Taste drückst:

  • Indem du diese Funktion ausstellst
  • Den Wecker ans andere Ende des Zimmers stellst
  • Eine App installierst, bei der du zum Beispiel eine Rechenaufgabe lösen musst, damit du den Wecker deaktivierst
  • dich von einem motivierenden Song wecken lässt

 

 

5. Kleine Schritte

 

Du hast in einem Monat eine wichtige Prüfung um 7 Uhr und das ist überhaupt nicht deine Zeit? Leider kann man sich nicht alles im Leben aussuchen und immer nach seiner inneren Uhr leben, man kann sich aber Schritt für Schritt umgewöhnen und trotzdem ausgeschlafen um sieben Uhr eine Klausur schreiben, auch wenn man normalerweise erst gegen zehn aufsteht. Was du dazu brauchst, ist Disziplin. Du kannst deinen Wecker zum Beispiel alle vier Tage eine halbe Stunde früher setzen, so gewöhnst du deinen Körper an die frühe Zeit.

 

DONT:

 

„Trinke ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen“: Bitte nicht!!! Besonders nicht, wenn es die ganze Nacht über neben deinem Bett stand!

 

Erstens vermehren sich Bakterien nicht linear sondern exponentiell, was bedeutet, dass nach 6 Stunden aus einem Bakterium um die 200.000 werden! Wahrscheinlich hast du also am Morgen einen richtigen Bakteriencocktail neben dir stehen.

 

Zweitens wandern während der Nacht alle möglichen Keime durch unserem Speichel in den Magen, wo sie dank unserer Magensäure zersetzt werden. Schüttest du nun ein Glas Wasser in den Magen, verdünnst du die Säure und die Keime werden weniger wahrscheinlich abgetötet.

 

Sinnvoller ist es, erst während des Essens zu trinken und da auch lieber säurehaltige Getränke, die die Magensäure unterstützen, wie zum Beispiel ein Glas Orangensaft (positiver Nebeneffekt: gleich den Vitamin-C-Bedarf des Tages gedeckt 😉). Nach dem Essen darf es dann auch gern Wasser sein.

 

Wenn es trotzdem vorher schon das Glas Wasser sein soll, sollte das Wasser frisch sein und am besten ein Schuss Zitronensaft darin.

 

 

 

DONT:

 

Um 5 Uhr aufstehen, obwohl das eigentlich garnicht deine Zeit ist? Nein, absolut nein! Wer so etwas schreibt, hat absolut keine Ahnung von unserer Inneren Uhr.

 

Jede einzelne Zelle in uns besitzt nämlich ihre eigene innere Uhr, die alle von einem reiskorngroßen Nervenzellhaufen in unserem Gehirn gesteuert werden. Das beweist auch warum die einen um 6 Uhr morgens putzmunter in den Tag starten, während die anderen erst gegen 2 Uhr nachts so richtig produktiv werden. Jeder hat seinen eigenen Tag-Nacht-Rhythmus und wird der gestört, können wir das zwar kurzfristig kompensieren, auf Dauer führt es aber zu Leistungsbafall, Schlafstörungen und Depressionen.

 

Und seien wir mal ehrlich: ob du arbeitest, wenn alle noch schlafen, oder arbeitest, wenn alle schon schlafen, macht auch keinen Unterschied, oder?

 


Das könnte dich auch interessieren:


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Rebecca (Sonntag, 28 Januar 2018 11:21)

    Ich finde den Beitrag richtig toll! Es ist mal richtig interessant, auch die medizinischen Hintergründe zu kennen. Mal sehen, ob ich deine Tipps nächste Woche gleich umsetzen kann.

    Liebe Grüße

Du willst keinen Blogpost mehr verpassen? Melde dich für meinen Newsletter an!

* indicates required