Meine erste Woche als ASsistenzärztin

13.05.2018

 

Einer meiner größten Träume seit über 10 Jahren ist nun wirklich in Erfüllung gegangen. 6 ½ Jahre Studium, 3 Krankenpflegepraktika, 4 Famulaturen, ein praktisches Jahr und 3 Staatsexamen. Unzählige Stunden in Vorlesungen, Seminaren und Praktika und noch viel mehr an meinem Schreibtisch. All das für meinen Traum eines Tages Ärztin zu werden. Und jetzt ist er endlich wirklich wahr geworden.

 

Mich haben in den letzten Wochen so viele Nachrichten und Fragen von euch erreicht, die ich aus Zeitnot garnicht so ausführlich beantworten konnte, wie ich gerne gewollt hätte. Deswegen habe ich auch beschlossen meinen neuen Blogpost als Q&A zu verfassen und so eure häufigsten Fragen so umfassend wie möglich beantworten zu können ♥ Los geht's:

 

In welchem Bereich machst du deinen Facharzt? Wie läuft das ab, wie spezialisiert man sich?

 

Im Moment möchte ich meinen Facharzt für Allgemeinmedizin machen. Der dauert normalerweise 5 Jahre und gliedert sich in 3 Jahre Weiterbildung in einer Klinik und 2 Jahre in einer Praxis. Von den 3 Jahren Klinik muss ich mindestens 1.5 Jahre in der inneren Medizin absolvieren. Ansonsten kann ich mir aussuchen in welchen Fachbereichen ich meine Weiterbildung machen möchte, auch ob ich zuerst in die Praxis gehe oder in der Klinik anfange, bleibt mir überlassen.

 

Ich habe mich dazu entschieden erstmal mit der inneren Medizin zu beginnen und mir ein Krankenhaus ausgesucht, das nicht soo groß ist, damit ich eine möglichst breiten Einblick bekomme und vor allem häufige Krankheitsbilder sehe und lerne zu behandeln.

 

In meiner Klinik bin ich gerade auf einer kardiologischen Station – hier werden vor allem Patienten mit Herzproblemen wie Herzinfarkten, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche behandelt, manchmal auch mit Bluthochdruck. Arbeiten werde ich aber auch auf einer allgemein-internistischen Station, auf der es alle möglichen Krankheitsbilder gibt, vor allem gastroenterologische – das heißt vor allem Krankheiten, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Ebenso bin ich auch in der Notaufnahme, auf der internistischen Intensivstation und in der Funktionsabteilung eingeteilt, wo Untersuchungen wie Ultraschall und kleine Eingriffe durchgeführt werden.

 

Wie sieht dein Tag aus und wie sind deine Arbeitszeiten?

 

Mein Tag beginnt um 7:15 Uhr morgens umgezogen auf Station. Da setze ich mich meist erst an den PC und sehe meine Patientenliste durch: Wer ist neu? Warum ist er da? Wer geht heute? Welche Untersuchungen laufen heute? Was muss ich mit meiner Oberärztin besprechen?

 

Daraufhin schaue ich kurz bei den zuständigen Schwestern vorbei und frage sie, ob nachts alles in Ordnung war und wir klären schon vorab ein paar Unklarheiten.

 

Um 7:30 Uhr kommt meine Oberärztin und wir machen eine kurze Kurvenvisite, besprechen auch hier ein paar Fragen und machen einen ungefähren Plan für den Tag.

 

Danach geht es zur Morgenbesprechung mit allen Ärzten aus der medizinischen Klinik. Dabei werden die Patienten vorgestellt, welche im Spät- und Nachtdienst stationär aufgenommen wurden und über eventuell aufgetretene Probleme berichtet.

 

So um 8 Uhr fängt dann die eigentliche Stationsarbeit an, wo man sich nochmal genauer in neue Patienten einliest, einen Plan für den Tag macht und die Patienten visitiert. Ich betreue insgesamt 12 Patienten und brauche ca. 2 Stunden für die Visite -  das bedeutet ca. 10 Minuten Zeit pro Patient, manchmal weniger, manchmal mehr.

 

Nach den Visiten sind auch häufig die meisten Blutabnahmen fertig ausgewertet und ein paar Patienten von Untersuchungen zurück, sodass man diese durchsehen und mit den Patienten besprechen kann, damit man dann eventuell eine Therapie beginnt, verändert, beendet oder den Patienten sogar nach Hause entlassen kann.

 

Um 12:45 gehen alle Assistenzärzte zusammen zum Mittagessen. Das finde ich an meiner Klinik echt total schön, weil dadurch feste Pausenzeiten eingeplant sind, man mal weg von Station kommt und sich austauschen kann.

 

Gegen 13:30 findet eine Röntgen-Besprechung statt. Ein Radiologe zeigt Röntgen-, CT- und MRT-Bilder unserer Patienten und bespricht den Befund mit uns.

 

Danach geht es dann wieder auf Station, die Oberärztin kommt nochmal vorbei und wir besprechen meine Anordnungen, sie ergänzt gegebenfalls was noch fehlt und ich arbeite diese dann aus.

 

Um 15:15 Uhr treffen sich die kardiologischen Oberärzte und Assistenzärzte zur Herzkatheter-Besprechung. Herzkatheter sind Untersuchungen, bei denen ein Draht in ein Gefäß eingebracht und bis ans Herz geführt wird. Dann wird ein Mittel gespritzt, damit das Herz und die das Herz versorgenden Herzkranzgefäße dargestellt werden können. Sind diese verengt, kann man die Engstelle mit einem Ballon aufdehnen und ein Röhrchen einsetzen, damit diese offen bleibt und das Herz wieder gut mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Hier werden interessante Fälle des Tages gezeigt und der Plan für den nächsten Tag durchgesprochen.

 

Bis spätestens 17:45 Uhr bin ich wieder auf Station. Die normale Arbeitszeit geht bis 16:00 Uhr, jedoch gibt es fast niemanden, der pünktlich nach Hause geht, denn es ist einfach immer sehr viel zu tun. Insbesondere viel bürokratischer Kram, Hausärzten nach Befunden hinterhertelefonieren, Angehörigengespräche führen und Entlassungsbriefe vorbereiten.

 

Ich glaube auch, dass das der einzige Punkt ist, der das Arbeiten so anstrengend macht, denn ich merke wie spätestens nach 9 Stunden meine Konzentration extrem absackt und ich für alles doppelt so lange brauche. Ich finde es ehrlich gesagt noch schwierig mich an diese langen Arbeitszeiten zu gewöhnen. Viel Freizeit bleibt da leider nicht mehr, besonders nicht in den ersten Wochen.

 

Ich bin froh, wenn ich die Wochenenden zum vorkochen, putzen und entspannen nutzen kann und es nach der Arbeit noch zum Sport schaffe, bevor ich müde ins Bett falle. Die meisten haben mir prognostiziert, dass es ungefähr 8 Monate dauert, bis man sich vollständig eingewöhnt hat. Ob das wirklich so ist, das muss ich wohl selbst herausfinden.

 

Obwohl ich so viel arbeite, muss ich sagen, dass meine Klinik im Gegensatz zu den anderen Kliniken, in denen ich bisher gearbeitet habe, extrem gut organisiert ist.

 

Es gibt einen normalen Stationsdienst mit Arbeitszeiten von 7:15 bis theoretisch 16:00, einen Spätdienst von 14:00-22:00 Uhr, die vor allem für die Notaufnahme, aber auch für Blutabnahmen nach 15:00 und dann auch für die Station und Intensivstation zuständig sind und einen Nachtdienst von 22:00-8:00, währenddessen man manchmal auch ein paar Stunden Schlaf findet.

 

Längere Dienstzeiten existieren es fast nicht, zu meinem Glück auch keine 24-Stunden-Dienste. Auch wird sehr darauf geachtet, dass man nicht mehr als 11 Stunden am Stück arbeitet.

 

Ist es stressiger als das Studium?

 

Früher dachte ich, es ist sicherlich leichter zu arbeiten als zu studieren, denn nachdem man von der Uni heimkommt, wartet das Lernen zuhause. Als Assistenzarzt ist man, sobald man in den Feierabend geht, im Feierabend. Tja, falsch gedacht.

 

Nicht nur, dass man als Arzt fast ständig sein Gehirn eingeschaltet lassen muss und nicht wie bei Vorlesungen manchmal abschalten kann. Nach meinem Arbeitstag setze ich mich trotzdem nochmal an meinen Schreibtisch, klappe meine Patientenliste auf und schreibe mir auf, was ich mit den Patienten vorhabe und lese nochmal einzelne Krankheitsbilder nach, die ich nicht mehr ganz im Kopf habe.

 

Ich weiß, dass viele empfehlen, Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen, aber ich sehe das ehrlich gesagt nicht als Arbeit. Ganz im Gegenteil, mich beruhigt es zu wissen, dass ich einen Plan habe und weiß, dass ich meine Patienten versorgen kann. Der Arbeitstag endet aber eben für mich nicht mit dem Ende der offiziellen Arbeitszeit.

 

Wird man gleich ins kalte Wasser geschmissen oder zu Beginn noch an die Hand genommen wie ein Praktikant? Wird dir gesagt, was du machen sollst und mit wem du mitgehen musst oder musst du das selbst organisieren?

 

Weil ich schon mein praktisches Jahr in dieser Klinik absolviert habe, kenne ich die meisten Abläufe schon: Wie und wo man sich die Klinikkleidung holt, wo es Essen und Trinken gibt, wie das Computersystem funktioniert - weshalb mir der Start auch leichter fiel.

 

Ich habe meinen Dienstplan bekommen, wusste auf welcher Station ich die nächste Zeit arbeiten werde, wer mich oberärztlich betreut und wer mich einarbeitet. Die Einarbeitung dauert bei mir 2.5 Wochen, was im Gegensatz zu anderen Kliniken der wahre Luxus ist. Meine ersten Dienste habe ich Ende Juni.

 

Den ersten Tag bin ich eher Mit- und Hinterhergelaufen und habe mich wieder wie eine Praktikantin gefühlt, habe die andere Ärztin mit den Patienten sprechen lassen und die Visiteneinträge geschrieben.

 

Ich versuchte schon gleich am Anfang so viel wie möglich selbst zu machen und lieber auszuprobieren, wie man beispielsweise eine Untersuchung anmeldet, als mir das erklären zu lassen, weil ich finde, dass ich dadurch viel mehr lerne und auch im Gedächtnis behalte.

 

In meiner zweiten Woche habe ich schon ziemlich viel selbstständig gemacht, meine Kollegin bloß nur noch gefragt, wenn ich nicht weiterwusste und sie half mir die vielen Entlassbriefe zu formulieren und zu schreiben. Ins kalte Wasser geworfen wurde ich deshalb meiner Meinung nach nicht, im Gegenteil: Ich wurde echt gut eingearbeitet und hatte immer einen Ansprechpartner für Fragen.

 

Musst du selbst schon viel Verantwortung übernehmen? Wie ist das mit der Hierarchie? Merkt man das wirklich doll bei dir? Hat sich deine Meinung zur Krankenhaushierarchie verändert, jetzt wo du in einer anderen Position in eben dieser stehs?

 

Das sind eigentlich vier verschiedene Fragen, die ich trotzdem in einem Punkt beantworten will, weil sie für mich zusammenhängen.

 

Ich bin ehrlich gesagt kein Fan von Hierarchien. Das ist auch ein Grund, warum ich später lieber mal meine eigene Praxis haben möchte, als als Angestellte zu arbeiten. Die Hierarchien hier in der Klinik halte ich aber für absolut sinnvoll.

 

Dass mir meine Oberärztin oder mein Chefarzt sagen, was ich als Nächstes mit meinen Patienten tun soll, das akzeptiere ich vollkommen. Sie sind Menschen, die einfach schon viel mehr Erfahrung als ich besitzen und auch mehr Verantwortung tragen - nicht nur für ihre Handlungen, sondern auch für meine. Die meine Arztbriefe kontrollieren, meine Angaben überprüfen und da weiterdenken, wo ich noch nicht mal draufgekommen wäre. Für mich war es bisher auch immer nachvollziehbar, wenn sie noch die oder jene Untersuchung haben oder dieses und jenes Medikament ansetzen wollten. Und wenn nicht, dann fragte ich einfach nach und mir wurde immer alles bereitwillig erklärt.

 

Selbstständig Medikamente und Untersuchungen anordnen tue ich natürlich auch. Es fällt mir leichter als gedacht, denn die täglichen Kurvenvisiten mit meiner Oberärztin helfen einfach ungemein. Ich habe auch das wahnsinnige Glück, dass diese Oberärztin selbst mal Assistenzärztin an dieser Klinik war (und zwar noch nicht allzu lange her) und deshalb weiß in welchen Bereichen sie mir helfen muss und in welchen sie mir freie Hand lassen kann. Angst Verantwortung zu übernehmen habe ich deshalb wenig. Die Dinge, die ich sicher beherrsche, die schreibe ich selbstständig auf, sonst rufe ich im Zweifel immer an und deshalb ist es vollkommen okay, dass sie mir „Befehle erteilt“, denn ich bin auf Ihre Hilfe angewiesen, weil sie einfach viel mehr Erfahrung hat als ich.

 

Was mir jedoch schwer fällt, ist, anderen Leuten zu sagen, was sie tun sollen. Meistens erledige ich die Dinge dann doch lieber selbst, weil es mir auch einfach zu dumm ist den Schwestern hinterher zu rennen, die sowieso total überarbeitet sind, um Ihnen dann noch eine Aufgabe von mir aufzudrücken. Ich weiß aber, dass ich auch Aufgaben delegieren MUSS, denn sonst mache ich Überstunden ohne Ende.

 

Fällt es dir leicht, die gelernten Inhalte aus dem Studium anzuwenden?

 

Eine wirklich gute Frage, die ich mit „Jein“ beantworten muss. Erstmal zu dem „Ja“: Wenn mich meine Oberärztin fragt, was die Leitsymptome eine Aortenklappenstenose sind oder auf welche Laborwerte ich bei der Anwendung von Schleifendiuretika achten muss, dann kann ich hier mein Wissen ohne Probleme anwenden.

 

Dadurch, dass man aber im Studium eher Krankheitsbilder lernen muss als Symptomkonstellationen, von welchen man dann erst auf die eigentliche Krankheit schließt, weiß man vielleicht, was man theoretisch diagnostisch bei einem Infarkt macht und wie man ihn therapiert. Dass man aber von den Symptomen des Patienten, die ja auch häufig nicht wie aus dem Lehrbuch sind, auf die Ursache zurückschließen kann, das gestaltet sich - zumindest für mich - schwieriger und benötigt meiner Meinung nach eher Erfahrung und Intuition als reines theoretisches Wissen.

 

Wie empfandest du das Gefühl nach so langem Studium erneut am Anfang von einer langen Zeit zu stehen? Also wie schwierig (aber auch lohnenswert) würdest du die ganze Zeit einstufen? Hast du dich schnell eingewöhnt? Bzw. was hat sich zu vorher verändert?

 

Ehrlich gesagt fand ich das Studium überhaupt nicht lang. Es wird zwar immer wieder gesagt, dass das Medizinstudium eines der längsten Studiengänge ist, aber das stimmt nicht. Ich kenne so viele, die für ihren Bachelor 4-5 Jahre gebraucht haben, dann selten noch die Motivation haben einen Masterstudiengang von 2-3 Jahren nachzusetzen und deswegen erstmal eine Pause machen.

Genauso wird das Jura-Studium extrem selten in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Das weiß man aber alles nicht, bevor man anfängt zu studieren – diese Erfahrung macht man selbst.

 

Ich empfand das Studium auch nicht als schwierig und das viele Lernen auch nicht nervig. Auch wenn ich mich jetzt als der totale Streber oute – die Medizin ist eben meine Leidenschaft und große Liebe. Etwas Neues über den menschlichen Körper zu erfahren, zu lernen wie es uns überhaupt möglich ist tagtäglich zu leben und gesund zu bleiben, das finde ich so wahnsinnig faszinierend, dass es mir nichts ausmacht Stunden über meinen Büchern zu verbringen. Ich habe mein Medizinstudium wirklich genossen und ich denke auch, dass wenn man etwas findet, das einen wirklich erfüllt, für das man wirklich brennt, dann ist kein Preis zu hoch und kein Weg zu lang.

 

Ich habe auch nicht so wirklich das Gefühl, dass ich wieder von Null anfange, denn das tue ich ja auch nicht. Mein Weg geht einfach weiter bergauf – es ist ein neuer Abschnitt, der wahrscheinlich andere Herausforderungen mit sich bringt, aber ich freue mich genauso darauf wie auf den Start meines Studiums. Eingewöhnt habe ich mich meiner Meinung nach schon ziemlich schnell, jedoch bereitet es mir wie gesagt noch Probleme anderen zu sagen, was sie tun sollen oder so lange zu arbeiten und weniger Zeit für meinen Blog, fürs Lesen und für Familie und Freunde zu haben.

 

Kann man den Job mit Grey’s Anatomy vergleichen?

 

Wer meine Geschichte zu meinem Weg zur Medizin gelesen hat, der weiß, dass die Serie „Grey’s Anatomy“ einer der Gründe war, der den Wunsch in mir geweckt hat, Ärztin zu werden.

Und ich musste mir mehr als einmal anhören, dass die Wirklichkeit ganz anders ist als diese Serie und man den Arztberuf damit nicht vergleichen kann.

Ich habe das damals schon anders gesehen und jetzt sehe ich es immernoch noch so, denn, abgesehen von den Liebes-Dramen, bemerke  ich einfach immer wieder Dinge, die bei mir genauso laufen, die ich genau nachempfinden kann, auch wenn ich als Internistin tätig bin und nicht als Chirurgin.

Das müde ins Bett fallen, die Gefühle eines Anfängers, das Krankenhausleben ohne viel Freizeit, sogar manche medizinischen Fälle – das sind alles Dinge, die ich mir so vorgestellt habe und die auch wirklich so sind.

Ich habe auch schon viele Parallelen zu Scrubs, Emergency Room und Dr. House entdeckt - ich finde das auch total natürlich, denn auch wenn die Serien oft krasse und sehr außergewöhnliche Fälle enthalten, komplett an den Haaren herbeigezogen sind sie nicht. Es kommt meiner Meinung nach ganz auf die Perspektive an. Wer hat nicht schonmal einen Moment erlebt, von dem er sich dachte, dass dieser Moment filmreif wäre oder aus der letzten Folge der Lieblingsserie stammen könnte?

 

Wie bekommst du Arbeit und Privatleben unter einen Hut? Lässt sich der Beruf des Mediziners mit einer Familie vereinbaren?

 

Gerade fällt es mir noch schwer Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Ich glaube aber auch, dass ich mich erst an die neue Belastung gewöhnen muss, da ich ja jetzt ein halbes Jahr zuhause an meiner Doktorarbeit geschrieben habe. Ich nutze die freien Tage dazu so gut wie möglich zu entspannen und zu regenerieren. Ich hoffe natürlich, dass es mir in Zukunft leichter fallen wird und bin auch der Überzeugung, dass sich das alles noch entwickeln muss.

 

Ich glaube schon, dass sich der Beruf - zumindest in dieser Klinik - gut mit Kindern vereinbaren lässt – wenn man nicht Vollzeit arbeitet. Ich habe viele Kolleginnen mit Kindern, die zu 50% arbeiten und nach zwei Wochen Arbeit zwei ganze Wochen frei haben. Ich sehe das wirklich als eine tolle Möglichkeit. Wie man es aber neben einem solchen Vollzeitjob schafft seine Kinder zu betreuen, das ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, aber ich denke, dass man alles schaffen kann, wenn man will.

 

Wie gefällt es dir? Wie sind die anderen Ärzte?

 

Mir gefällt es wirklich total gut! Ich war schon in meinem praktischen Jahr hier und wurde schon damals mega gut ins Team eingebunden, zu Assistententreffen mitgenommen und hab mich mit Kollegen zum Kaffee getroffen. Dass das Team stimmt, ist auch das Allerwichtigste für mich. Auch wenn alles andere schief läuft - stimmt der Zusammenhalt, dann macht das den stressigen Arbeitsalltag hundert mal erträglicher. Zum Glück stimmt aber auch fast alles andere und dass ich über die Überstunden jammere – das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau. Ich bin total glücklich, dass ich in dieser Klinik arbeiten und lernen darf, eine so tolle Betreuung von meiner Oberärztin bekomme und meine Kollegen einfach ausnahmslos wahnsinnig lieb sind und mir alles bereitwillig und geduldig erklären. Ich bin total gespannt auf die nächste Zeit, werde euch natürlich weiter mitnehmen und lasse einfach alles mal auf mich zukommen.

 


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Kommentare: 4
  • #4

    Angelina von byangelina.com (Samstag, 26 Mai 2018 07:17)

    Liebe Lea,
    vielen lieben Dank für dein tolles Feedback ♥️ sie Serie muss ich mir wohl auch mal anschauen! ich wünsch dir ganz viel Erfolg auf deinem Weg, ich drück dir die Daumen, dass alles klappt!

  • #3

    Lea,R (Freitag, 25 Mai 2018 23:47)

    Ich möchte auch schon sehr lange Ärztin werden.
    Angefangen hat es schon in der Grundschule und jetzt bin ich dabei mich auf den Start ins Abitur im nächsten Jahr vorzubereiten. Ich mache mir weiterhin Sorgen das meine Endnote es mir unmöglich macht, aber da du ja so einen tollen Beitrag auch über den TMS geschrieben hast, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben:) Bei mir hat die Serie ,, The Nightshift`` den Wunsch noch weiter verstärkt.
    Übrigens: Ich liebe deinen Blog! Du schreibst wirklich gut und vorallem sind deine Beiträge hilfreich:) lG

  • #2

    linspires (Sonntag, 13 Mai 2018 21:35)

    du hast das soo toll geschrieben!
    greys anatomy hat bei mir auch den wunsch verstärkt und ich bin im moment noch am ende meiner schullaufbahn und möchte auch unbedingt medizin studieren.
    liebe grüße

  • #1

    Rebecca (Sonntag, 13 Mai 2018 20:07)

    Das ist wirklich ein toller Artikel! Es freut mich sehr zu hören, dass es dir so gut gefällt und im Großen und Ganzen auch so ist, wie du es dir immer vorgestellt und erträumt hast. Ich bin gespannt wie die Reise weitergeht und freue mich schon auf die Geschichten deiner aufregenden Zeit als Assistenzärztin. Ich wünsche dir nur das Beste!

    Liebe Grüße :)